Aber noch vor den Einwänden…

Allgemeines zu Gedankenexperimenten und deren Folgen

Ein Gedankenexperiment, dass die Annahmen über das menschliche Denken und Bewusstsein beleuchtet: Der «Chinese Room» von John Searle wurde von Vertretern unterschiedlichen Ansichten diskutiert und natürlich auch kritisiert. Die durch ein Gedankenexperiment gestützte Diskussion scheint bei der gegebenen Thematik aber gut gewählt. Das Jahrzehnte lange Gespräch darüber ist also auch eine Leistung. Unabhängig davon, ob man den Kernargumenten zustimmt oder nicht, oder ob man die gegebene Situation in dem Kontext als angemessen empfindet.

Damit man eine spezifische Frage isoliert betrachten kann, werden in Gedankenexperimenten (wie in den empirischen Wissenschaften) alle für die spezifische Frage irrelevanten Variablen ausgeschlossen, was dazu führen kann, dass die gegebenen Situationen in der realen Welt selten oder (vorerst) gar unmöglich sind. In der realen Welt ist es dann umso wichtiger, nach weiteren Entscheidungen und Begründungen Ausschau zu halten, die das Gedankenexperiment ausblendet, um analytische Klarheit zu schaffen und einzelne Faktoren isoliert betrachten zu können.

Zusammenfassend will also ein Gedankenexperimenten nicht herausfinden, wie wahrscheinlich es ist, dass der beschriebene Fall tatsächlich stattfindet. Es geht darum, dass man den Begründungen, wie sie bei den isolierten Fällen entstehen, unter Umständen sonst gar nicht folgen würde. Da unsere Begründungen in der Welt Ausdruck unserer Werte und Ziele sind, kann die Reflexion über Gedankenexperimente weitreichende Folgen haben.

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