Sind nur menschliche Geisteszustände intrinsisch bzw. beobachterunabhängig?

Für Searle ist diese Frage ganz klar mit ja zu beantworten. Sonst seien alle physische Objekte nicht «intrinsic computational». Daraus folgt, dass sie beobachterabhängig sind. Das bedeutet, dass sie von unserer Interpretation abhängig sind, um das zu sein was sie sind. Sie benötigen berechnende Interpretationen, die ihren physikalischen Prozessen zugeschrieben werden. Weiter seien auch Berechnungen beobachterabhängig. Die wesentlichen Bestandteile Information, Repräsentation und Symbole wie sie üblicherweise auch in der Kognitionswissenschaft vorkommen sind laut Searle dementsprechend alle beobachterabhängig. Das fehlende interne beobachterunabhängige Kriterium zum Entdecken der Berechnungsprozesse mache aber einen entscheidenden Unterschied. Im beobachterabhängigen Sinne könne nämlich jedes System als informationsverarbeitend und berechnend beschrieben werden. (Dresler, 2009, S. 47-48)

Searles Kritiker hingegen werfen ihm vor dadurch den «common sense» zu ignorieren. Auch beobachterabhängige Betrachtungen seien nicht beliebig, sondern würden durchaus gewissen Einschränkungen unterliegen. Auch betonen die Gegner, dass Systeme, egal ob intern aufeinander «aufgebaut» oder durch sichtbare oder unsichtbare Verbindungen extern «gekoppelt» im Endeffekt gleichwertige Resultate erbringen können. Deshalb sei die Behauptung das Gehirn sei auch eine Art von Computer stichhaltig und die Frage danach, welche konkreten Berechnungen es ausführt, zulässig. (Dresler, 2009, S. 73-75)

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