Kernargumente

Mit folgenden zwei Hauptargumenten versuchte John Searle die Unmöglichkeit von einem computererzeugten Bewusstsein verdeutlichen.

Die Unterscheidung zwischen Syntax und Semantik

Searle empfindet, dass die formal definierten Computerprogramme nicht ausreichend sind, um Bedeutung oder gar Intention herbeizuführen, als das Kernargument des «Chinese Room» Gedankenexperiment. Diese Attribute können nur dem menschliche Geist zugesprochen werden. Syntax sei aber nicht das gleiche wie Semantik, noch liesse sich Semantik auf syntaktische Anweisungen zurückführen. (Dresler, 2009, S. 56)

Die Antwort der Gegner

Ein Teil der Kritiker akzeptiert, dass Programme syntaktisch aufgebaut sind, die Implementation der Programme aber nicht unbedingt. Sie argumentieren, dass sobald durch die Implementierung eine Wirkung erzielt werde, greife dies in den Bereich der Semantik über. Eine weitere Argumentation behauptet, dass auch Syntax nicht ausreichend für Computerprogramme als Computerprogramme sind. Es ist für Programmbefehle wesentlich, dass sie spezifizieren, welche Veränderungen der physikalischen Zustände der implementierenden Maschinen sie bewirken. Dies könne als Bedeutung gewertet werden. (Dresler, 2009, S. 88-89)
Auch die gerne von Searle als Garantie von vorhandenem Bewusstsein argumentierte Neurobiologie des Gehirns wird hier von Kritikern gegen ihn verwendet. Laut John Searle ist dort der Ursprung für das mentale Phänomen der Semantik. Aber wenn man es genauer betrachte, seien auch die neuronalen Prozesse keine Erklärung für das Bewusstsein, jedenfalls nicht mehr als komputationale Prozesse. Wie Bedeutung und Verstehen aus Molekülen und Zellen entstehen können sei nicht weniger mysteriös, als wie dieselben aus Programmcodierungen entstehen könnten. (Dresler, 2009, S. 92-93)

Der Unterschied zwischen Simulation und Duplikation

Searles grösster Kritikpunkt ist die von ihm so benannte «strong AI», welche einem kompletten Duplikat des menschlichen Bewusstseins gleichkäme. Die Simulation der menschlichen Geisteszustände und Wahrnehmung halte er sowohl für möglich als auch für hilfreich. Aber auch die beste Computersimulation könne aus eigener Kraft keine der Seinslehre entsprechenden realen Phänomene erschaffen. Als Beispiel nennt er, dass z.B. eine Simulation eines Verdauungstraktes trotzdem kein Essen verdauen könnte. (Dresler, 2009, S. 53-54)

Die Antwort der Gegner

Seine Kritiker finden das Beispiel sehr vage, da der Input des zu simulierenden Prozesses nicht computerkompatibel ist. Geistessimulationen und dessen sprachliche Inputs aber sehr wohl kompatibel mit Computern sind. Die Simulation von sprachlichem Verständnis lässt sich also nicht mit dem Beispiel vergleichen. Die Simulation von Informationsverarbeitung durch Computer bleibt Informationsverarbeitung. Wären mentale Eigenschaften also tatsächlich von abstrakter Natur, würde ein mentales System zu simulieren sogar garantieren, eines zu sein. (Dresler, 2009, S. 82-83)

 

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