Kontext

Kontext und Entstehungszeit

Das «Chinese Room» Gedankenexperiment von John Searle war das stärkste und am meisten diskutierte Argument der Geistesphilosophie. Es sollte alle hier folgenden Thesen zum Computermodell des Geistes entkräften.

Die Computerprogramme des Symbolismus waren darauf angelegt so zu funktionieren, wie die These der inneren Repräsentation der mentalen Prozesse. Ihre physikalische Realisierung ist der Symbolverarbeitungsprozess in Computern. Dies zeigt auch die Hypothese dieser Ideologien, dass symbolische Berechnung oder eine rationale quasi sprachliche Symbolmanipulation Intelligenz, menschlich oder nicht, realisiert. Dies stiess aber schnell auf Grenzen wenn es um die Bedeutung von Symbolatomen in komplexeren Zusammengesetzen Repräsentationen ging.

In den darauffolgenden konnektionistischen Ansätzen wurde mehr auf die reale Biologie des Gehirns eingegangen. Wie in den Netzwerken der neuronalen Netze des Gehirns wurde angenommen, dass gleichzeitig  Prozesse von mehreren Instanzen durchgeführt werden und so im Zusammenspiel Intelligenz entsteht. Diese Netzwerke brauchten dann auch nicht Programmcodes mit syntaktischen Schritt für Schritt Anleitungen sondern zugrunde liegende Lernalgorithmen, welche mit Beispielen trainiert werden können. Mittels hinterlegten mathematischen Modellen erstellen sie Zusammenhänge oder erkennen Muster und können somit auch weitere statistische Prognosen errechnen.

Auch situated movement orientiert sich an biologischen Modellen, vor allem dynamisch mathematische Modelle zwischen Verstand, Körper und der Umgebung. Natürliche Intelligenz soll auch Interaktion mit und Beeinflussung der Umgebung durch das denkende System miteinbeziehen. Die Zeit, der Körper und die Umgebung sind wichtig für die Wahrnehmung und das Verhalten. Intelligenz ist nicht nur zentral in einem Organismus lokalisiert, es ist die Interaktion zahlreicher einfacher Einheiten in der konkreten Umwelt. Auch setzt diese Gruppierung auf eine gewisse Hierarchie zwischen niedrigeren kognitiven Fähigkeiten und deren Sensor-Organen und höhergestellten mentalen Phänomenen. Gewisse Vertreter bestreiten auch die These der inneren Repräsentationen. Diese würden, speziell bei der Übersetzung in die Welt der Robotik, intensiven Speicherverbrauch mit sich bringen oder könnten zusätzlich zu dem nicht differenziert genug sein. 

Während also die oben genannten computerwissenschaftlichen Strömungen mentale Phänomene oder auch das Gehirn mittels nichtbiologischen Materialien und abstrakten Programmen zu simulieren versuchten, ist die Kognitionswissenschaft damit beschäftigt zu erforschen inwiefern das menschliche Gehirn ein Computer mit implementiertem Programm ist. Sie möchte die wesentlichen Berechnungen bzw. Programme die mentale Phänomene wie Wahrnehmung, Verstehen usw. hervorbringen, aufdecken und spezifizieren. Diese beiden Wissenschaften sind in ihrer Forschung also komplementär aber haben trotzdem gemeinsame Grundlagen wie Informationsverarbeitung und der allfälligen Berechnung der Abläufe. (Dresler, 2009, S. 40-47)

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